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Der Wasserkreislauf - ein geschlossenes System im Wandel
Wasser befindet sich immer in Bewegung, in einem permanenten globalen Kreislauf. Es ändert seinen Standort und/oder Zustand, die Summe des vorhandenen Wassers auf der Erde bleibt jedoch immer gleich, es gibt weder Verluste noch Neubildungen.
Abhängig u. a. von meteorologischen und topografischen Einflüssen verteilt sich stets dieselbe Menge Wasser innerhalb dieses Kreislaufes auf der Erde. Die vorhandenen Wassermengen innerhalb einer bestimmten Region (beispielsweise innerhalb eines Staates) unterscheiden sich jedoch in der Regel (MU, 2023). Betrachtet man beispielsweise die Niederschlagssummen der deutschen Bundesländer, schwankten diese im Jahr 2022 zwischen 421 mm in Sachsen-Anhalt und 845 mm im Saarland; Niedersachsen lag mit 642 mm nahe am Durchschnitt Deutschlands von 669 mm (vgl. Wetterdaten des DWD).
Der Wasserkreislauf (Zeichnung: Tessa Keller)
Wie zuvor beschrieben, ändert sich das gesamte globale Wasservorkommen nicht. Regional und saisonal betrachtet sind allerdings Veränderungen des verfügbaren Wasserdargebotes und der Niederschlagseigenschaften (Dauer, Intensität etc.) zu beobachten. So fallen die Niederschläge im Frühling und Sommer immer häufiger als Starkregen, den typischen „Landregen“ gibt es immer seltener (Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen, 2019). Dadurch kommt es insbesondere im zentralen Niedersachsen vermehrt zu Trockenperioden im Sommerhalbjahr (MU, 2023).
Diese Veränderungen beeinflussen auch das Grundwasservorkommen, welches von besonderer Bedeutung für viele Anwendungen ist. Es stellt sowohl die Hauptquelle für die Trinkwassergewinnung (Umweltbundesamt, 2016) als auch für die landwirtschaftliche Feldberegnung und Gartenbewässerung dar. Infiltrierendes Niederschlagswasser (Niederschlag, der durch den Boden in das Grundwasser fließt) deckt in Niedersachsen den Hauptanteil der Grundwasserneubildung (Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen, 2019).
Die Entwicklung, dass die Niederschläge im Frühling und Sommer vermehrt als Starkregen auftreten, führt zu einem erhöhten Oberflächenabfluss und damit zu einer abnehmenden Grundwasserneubildung während des Sommerhalbjahres. Zwar nehmen die Grundwasserneubildungsraten während des Winterhalbjahres tendenziell zu, da der Wasserbedarf im Sommerhalbjahr jedoch am höchsten ist, während die Grundwasserneubildungsraten sinken, kommt es trotzdem vielerorts zu sinkenden Grundwasserständen (Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen, 2019). Davon sind auch die Grundwasserkörper im Landkreis Verden betroffen. Während das Grundwasser in Niedersachsen in den letzten 60 Jahren durchschnittlich um etwa 35 mm sank, wies der sich im Aller-Weser-Dreieck befindliche Grundwasserkörper „Untere Aller Lockergestein Links“ mit ca. 94 mm den stärksten Rückgang Niedersachsens auf (LBEG, 2023).
Damit weiterhin ausreichend Wasser für sämtliche notwendigen Nutzungen zur Verfügung steht, ist zu verhindern, dass die Grundwasserkörper langfristig überbeansprucht werden. Dafür sind Maßnahmen notwendig, die einerseits die Grundwasserneubildungsraten erhöhen und andererseits die Grundwasserentnahmen reduzieren.
Quellen:
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) (02.08.2023). Wasserhaushalt & Wasserkreislauf
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Klimawirkungsstudie Niedersachsen. Wissenschaftlicher Hintergrundbericht
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Faktenblatt. Klimawandel in Niedersachsen: Niederschlag
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Faktenblatt. Grundwasserneubildung
Umweltbundesamt (2016). Rund um das Trinkwasser
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) (17.05.2023). LBEG veröffentlicht Zeitreihenanalysen der Grundwasserneubildung: Trockenperiode beeinflusst vor allem zentrale Landesteile [Pressemeldung]


