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Tipps zum Wassersparen im Haushalt
Jede Person in Deutschland verbraucht durchschnittlich knapp 130 Liter Wasser pro Tag (UBA, 2022). Davon fallen ca. 36 Prozent auf die Körperpflege (Baden, Duschen) und ca. 27 Prozent auf die Toilettenspülung, die damit vor dem Wäschewaschen (12 Prozent) den Hauptverbrauch ausmachen (BDEW, 2023).
Der tatsächliche tägliche Wasserverbrauch im Haushalt weist jedoch starke saisonale Schwankungen auf. So kann der Bedarf an heißen Sommertagen um bis zu 60 Prozent ansteigen. Dies liegt insbesondere daran, dass bei hohen Temperaturen häufiger geduscht und der Garten intensiver bewässert wird und immer mehr private Pools gefüllt werden (BDEW, 2023).
Um den privaten Wasserverbrauch zu senken, sind sowohl einfache, kleine Tricks als auch der Einbau technischer Anwendungen möglich:
Wasser ausstellen, wenn es nicht benötigt wird
Das Zudrehen des Wasserhahns, wenn das Wasser nicht benötigt wird, ist ein einfaches und effektives Mittel, um unnötigen Wasserverbrauch zu verhindern – z.B. während des Einseifens beim Händewaschen und Duschen, beim Abwaschen oder beim Zähneputzen.
Duschen statt baden
Das genaue Einsparpotential des Duschens gegenüber dem Baden variiert sehr stark je nach Duschlänge, vorhandenem Duschkopf und Größe der Badewanne. Bei durchschnittlichen Werten lässt sich dieser Wasserverbrauch jedoch um mehr als die Hälfte reduzieren, wenn man duscht anstatt zu baden. Folgende Werte können hierfür als Richtwerte genutzt werden:
Durchschnittliche Duschlänge: 10 Minuten
Durchschnittlicher Wasserverbrauch Duschkopf: 12-15 l/min (Vielverbraucher) und 6-8 l/min (Wenigverbraucher)
Durchschnittliche Füllung einer Badewanne: 180-200 l
Beim 10-minütigen Duschen werden somit - je nach vorhandenem Duschkopf - zwischen 60 und 150 Liter verbraucht. Das einmalige Baden verbraucht ca. 180 bis 200 Liter.

Geschirrspül- und Waschmaschinen nur voll befüllt laufen lassen
Der Wasserverbrauch von voll- und nur teilweise befüllten Geschirrspül- und Waschmaschinen ist in der Regel gleich. Das bedeutet, dass der entsprechende Wasserverbrauch deutlich reduziert werden kann, wenn diese Maschinen nur vollbeladen angeschaltet werden. Auch die teilweise vorhandenen „Halbe-Ladung-Taste“ spart laut Experten nicht viel Wasser.
Geschirr in der Maschine und nicht per Hand spülen
Eine Geschirrspülmaschine verbraucht - sofern sie vollbeladen läuft - weniger Wasser, als wenn dieselbe Menge per Hand abgewaschen wird. Auch das Vorspülen des Geschirrs per Hand und das anschließende Spülen in der Maschine verbraucht unnötig viel Wasser. Grobe Verschmutzungen können im Mülleimer entsorgt werden, kleinere Verschmutzungen beseitigt die Maschine.
Verzicht auf einen eigenen Pool
Die Füllung eines durchschnittlichen Aufstellpools mit 3,66 m Durchmesser und 0,6 m Wassertiefe benötigt ca. 6.500 Liter Wasser. Das entspricht dem durchschnittlichen Wasserbedarf einer Person für mehr als anderthalb Monate.
Autowäsche in der Waschanlage statt auf dem Privatgrundstück
Das Autowaschen auf Privatgrundstücken verbraucht nicht nur mehr Wasser als eine Waschanlage, es verunreinigt zudem das örtliche Grundwasser. Waschanlagen sind im Vergleich wassersparender, u. a. da sie mit einer wassersparenden Wasserkreislaufführung ausgestattet sind.
Wassersparende WC und Urinale verwenden
Da fast ein Drittel des täglichen Wasserbedarfs eines Haushalts auf die Toilettenspülung zurückgeht, kann durch den Austausch alter WCs gegen neue viel Wasser gespart werden. Laut Toilettenherstellern verbrauchen ältere WCs zwischen 9 und 14 Litern, während neue WCs mit nur noch 3 bis 6 Litern auskommen.
Armaturen mit Durchflussbegrenzer
Um zu verhindern, dass beispielsweise aus dem Wasserhahn unnötig viel Wasser fließt, können sogenannte Durchflussbegrenzer zwischen Wasseranschluss und Wasserhahn gebaut werden. Der maximale Durchfluss wird dadurch auf einen bestimmten Wert reduziert. Die genaue Reduzierung hängt vom Begrenzer ab, ebenso wie der Preis. Grundsätzlich kann jedoch durch den Einbau eines Durchflussbegrenzers einfach und kostengünstig Wasser gespart werden.
Duschköpfe mit geringem Wasserverbrauch benutzen
Auf dem Markt ist eine Vielzahl an Duschköpfen erhältlich. Ihre Durchlaufmengen unterscheiden sich teilweise sehr stark. So fließen zwischen 12 und 15 Liter pro Minute durch vielverbrauchende Duschköpfe, während Wenigverbraucher mit 6 bis 8 Liter pro Minute auskommen. Wenigverbraucher minimieren dabei nicht zwangsläufig den Komfort, da die Menge des herauskommenden Wassers durch eine Beimischung von Luft zum Wasser so hoch wie bei den Vielverbrauchern wirkt.
Austausch alter Maschinen
Durch den Austausch alter Wasch- und Spülmaschinen lässt sich viel Wasser sparen. So verbrauchen neue Waschmaschinen meist zwischen 40 und 45 Litern pro Waschgang, während 10 Jahre alte Maschinen ca. doppelt so viel und 20 Jahre alte sogar fast dreimal so viel Wasser verbrauchen. Neue Spülmaschinen verbrauchen ca. 7 bis 15 Liter pro Waschgang, während 10 Jahre alte Maschinen ca. 40 Prozent mehr verbrauchen.
Weitere Möglichkeiten des Wassersparens beim Geschirrspülen und Wäschewaschen sind:
- regelmäßiges Reinigen des Siebes (ein verstopftes Sieb erhöht den Wasserverbrauch)
- Wahl eines Spül- bzw. Waschgangs mit geringerer Temperatur (in der Regel verbraucht dieser ebenfalls weniger Wasser)
- wenn vorhanden: Nutzung des eco-Modus (dieser läuft zwar länger, verbraucht jedoch weniger Wasser)
- Das Programm „Vorspülen“ bzw. „Vorwäsche“ nur dann wählen, wenn es wirklich aufgrund sehr starker Verschmutzung notwendig ist.
- Kurz- oder Schnellprogramme nur im Notfall wählen, da sie oftmals nicht weniger, sondern teilweise sogar mehr Wasser verbrauchen.
- Nutzung einer Maschine mit einem AquaSensor (dieser passt den Wasserverbrauch an den Grad der Verschmutzung an)
- Nutzung einer Spülmaschine mit Tank, in der das nach dem Spülgang von der Maschine gereinigte Wasser gespeichert und beim nächsten Spülgang für die Vorreinigung genutzt wird.
Es ist bei der Wahl der Maschine zu bedenken, dass das Energielabel nicht zwangsläufig einen Hinweis auf den Wasserverbrauch gibt.
Grauwassernutzung
Als Grauwasser wird leicht verunreinigtes Abwasser bezeichnet, beispielsweise jenes vom Händewaschen, Duschen, Baden oder Wäschewaschen. Durch eine Grauwassernutzungsanlage kann dieses Abwasser so zwischengespeichert und gereinigt werden, dass es anschließend z. B. für die Toilettenspülung wiederverwendet werden kann. Dies ist insbesondere für Neubauten interessant. Es ist zu beachten, dass die geplante Installation einer Grauwassernutzungsanlage zuvor beim zuständigen Trinkwasserversorger anzuzeigen ist.
Wassersparen im Haushalt ist also durch viele verschiedene Anwendungen und durch teilweise minimale Verhaltensänderungen möglich. Der Einbau oder Austausch entsprechender Armaturen bedeutet oftmals keinen Verlust im Anwendungskomfort. Er geht zwar mit einer Anfangsinvestition einher, welche sich jedoch durch eingespartes Wasser und oftmals eingesparter Energie nach gewisser Zeit amortisiert.
Grundsätzlich ist zu bedenken, dass beim Wassersparen auch Geld gespart wird - und zwar nicht nur die reine Trinkwassergebühr, sondern auch die Abwassergebühr, die bei den üblichen Wasseranschlüssen ebenfalls immer zu bezahlen ist.
Quellen:
Umweltbundesamt (UBA) (14.10.2022). Wassernutzung privater Haushalte
(02.10.2023)
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) (04.05.2023). Trinkwasserverwendung im Haushalt (02.10.2023)
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) (27.07.2023). Zahl der Woche / 125 Liter Leitungswasser ... (02.10.2023)

