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Tipps zum Wassersparen im Garten
Auch die Pflanzen im Garten benötigen Wasser, um wachsen, blühen und ggf. Früchte tragen zu können. Überdachte Pflanzen - z. B. im Gewächshaus oder auf überdachten Terrassen - müssen bei jedem Wetter bewässert werden, während freistehende Pflanzen in der Regel nur bei ausbleibendem Regen Unterstützung benötigen. Unter Beachtung einiger Grundsätze kann der Wasserbedarf der Pflanzen gedeckt und gleichzeitig Wasser gespart werden. Dies ist insbesondere während der immer häufiger vorkommenden Trockenperioden im Sommerhalbjahr von großer Bedeutung, um die Wasservorkommen zu schonen und nicht zu überstrapazieren.
Grundsätzlich ist es ratsam, Niederschlagswasser anstelle von Trinkwasser für die Bewässerung zu nutzen. Zum einen verbraucht der Transport und die Aufbereitung von Trinkwasser Energie und Ressourcen und zum anderen steht Regenwasser kostenlos zur Verfügung, während für das Trinkwasser sowohl die Trinkwasser- als auch in der Regel die Abwassergebühr gezahlt werden muss. Darüber hinaus kann, insbesondere in städtischen Bereichen, durch die Bewässerung mit Regenwasser ein Beitrag zur Grundwasserneubildung geleistet werden. In dicht besiedelten Gebieten wird das Niederschlagswasser oftmals direkt durch die Kanalisation abgeleitet. Eine Bewässerung des Gartens mit Regenwasser führt jedoch dazu, dass ein Teil des Wassers versickert und ins Grundwasser gelangt.
Auch die Nutzung von Grundwasser ist der von Trinkwasser zu bevorzugen - sowohl aus ökologischer als auch aus finanzieller Sicht. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Grundwassernutzung bei geringen Mengen zwar erlaubnisfrei, aber anzeigepflichtig ist.
Unabhängig davon, ob Trink-, Grund- oder Regenwasser zur Bewässerung genutzt wird, gilt es, das Wasser so sparsam wie möglich zu verwenden und so effizient wie möglich an die Wurzeln der Pflanzen zu bringen. Dies ist möglich einerseits dadurch, lediglich die tatsächlich benötigte Wassermenge auszubringen - welche sowohl vom individuellen Wasserbedarf der Pflanze als auch von den Wetterbedingungen (Bodenfeuchte, Temperatur, Sonneneinstrahlung) abhängt - und andererseits über die Minimierung der Wasserverluste durch Verdunstung. Entgegen weitläufiger Meinung ist auch bei der Nutzung von Grundwasser auf einen sparsamen Umgang zu achten. Denn auch hier gibt es Verluste durch Verdunstung, Zwischenspeicherung und Nutzung der Pflanzen, sodass weniger Wasser ins Grundwasser zurückfließt, als für die Bewässerung entnommen wurde.
Durch nachstehende Maßnahmen lässt sich der Wasserverbrauch reduzieren:
Zur richtigen Tageszeit wässern
Am besten sollte früh morgens gewässert werden. Ist dies nicht möglich, kann auf abends ausgewichen werden. Grund dafür ist die Verdunstung, durch die Wasser in die Atmosphäre entweicht, ohne bei den Pflanzen anzukommen. Je höher der Verdunstungsverlust, desto mehr Wasser wird benötigt, um die Pflanzen ausreichend zu bewässern. Die höchste Verdunstungsrate wurde zwischen 11 und 17 Uhr MESZ ermittelt (DWD, 2023). Zu diesen Uhrzeiten sollte also nicht bewässert werden.
Zur richtigen Tageszeit wässern (Zeichnung: Tessa Keller)
Bodennahes Wässern
Wenn das Wasser über die Luft verteilt zu den Pflanzen gelangt (z. B. mittels Sprenger), gelangt ein großer Teil des Wassers nicht zu den Wurzeln der Pflanzen, also nicht dahin, wo es benötigt wird. Dies liegt einerseits an Verdunstungsverlusten und andererseits daran, dass ein Teil zwischen den zu wässernden Pflanzen landet und dort ohne Nutzen für die Pflanzen versickert oder dort andere Pflanzen (Beikraut) wässert, die in ihrem Wachstum unerwünschter Weise gestärkt werden.
Die effizienteste Weise der Bewässerung ist die Tropfbewässerung. Dabei wird das Wasser über fest installierte Schläuche in Tropfen bodennah verrieselt, wodurch insbesondere die Verdunstungsverluste minimiert werden.
Nur bei Bedarf gießen
Insbesondere während Trockenperioden wässern viele Menschen ihre Pflanzen aus Angst, sie könnten vertrocknen. Jede Pflanzenart hat ihren individuellen Wasserbedarf und durch Anpassen der Bewässerungsmenge an diesen Bedarf lässt sich unnötiger Wasserverbrauch vermeiden.
Noch ist eine individuelle Einschätzung der Wasserverfügbarkeit, bzw. der Bodenfeuchte nötig, um einzuordnen, ob gewässert werden muss oder nicht. Die Bodenfeuchte kann entweder über Sensoren gemessen werden oder - und das ist wohl die Regel - es geschieht subjektiv, z. B. per „Fingerprobe“, mit der gefühlt wird, wie trocken oder nass der Boden ist. Um aussagekräftigere Werte nutzen zu können, stehen mancherorts digitale Daten zur Verfügung, beispielsweise auf www.giesscheck.de. Für den Landkreis Verden ist die dafür nötige Vorarbeit noch nicht abgeschlossen, die entsprechenden Daten sollen aber bald auch hier zur Verfügung stehen.
Verzicht auf das Wässern aus optischen Gründen
Manche Pflanzen benötigen nicht viel Pflege, werden jedoch - z. B. aus optischen Gründen - trotzdem regelmäßig geschnitten und gewässert. Dies ist vor allem beim Rasen der Fall. Für viele ist ein kurzer, grüner, dichtwachsender Rasen im Garten unverzichtbar. Da Rasen keinen nennenswerten ökologischen Mehrwert hat und durch seine Großflächigkeit viel Wasser benötigt wird, ist das Wässern von Rasenflächen jedoch umstritten. Rasen wird in der Regel per Sprenger gewässert, wodurch viel Wasser verdunstet. Darüber hinaus ist insbesondere kurz geschnittener Rasen sehr anfällig für Vertrocknungen, denen häufig mit Wässern entgegengewirkt wird. Es ist also sowohl aus optischen als auch aus Nachhaltigkeitsgründen ratsam, Rasen nicht zu häufig und nicht zu kurz zu schneiden.
(Zeichnung: Tessa Keller)
Quellen:
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) (02.08.2023). Wasserhaushalt & Wasserkreislauf
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Klimawirkungsstudie Niedersachsen. Wissenschaftlicher Hintergrundbericht
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Faktenblatt. Klimawandel in Niedersachsen: Niederschlag
Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen (2019). Faktenblatt. Grundwasserneubildung
Umweltbundesamt (2016). Rund um das Trinkwasser
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) (17.05.2023). LBEG veröffentlicht Zeitreihenanalysen der Grundwasserneubildung: Trockenperiode beeinflusst vor allem zentrale Landesteile [Pressemeldung]
Umweltbundesamt (UBA) (06.12.2023). Effiziente Bewässerungstechnik – Stand und Trends
Deutscher Wetterdienst (DWD) (06.12.2023). Erläuterungen zu wetterbedingten Verlusten bei Beregnung

