Besuch aus Berlin: Auf seiner Sitzung Ende August im Langwedeler Rathaus erhielt der Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden Besuch von der Bundestagsabgeordneten Dr. Lena Gumnior, die seit der letzten Bundestagswahl für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag sitzt.
Dr. Gumnior berichtete den Mitgliedern unter anderem über den aktuellen Stand von Gesetzesinitiativen auf Bund- und Länderebene zur Einführung einer elektronischen Fußfessel für Gewalttäter. Zugleich informierte sie sich über den frauenpolitischen Forderungskatalog des Kreisfrauenrates für den Landkreis.

Der Vorstand des Kreisfrauenrates mit dem Gast aus Berlin (von links): Andrea Michallik, Dr. Lena Gumnior, Dr. Kerstin Blome, Britta Sonnenberg und Eva Hibbeler
Für die anstehende Kommunalwahl 2026 will der Kreisfrauenrat einen umfassenden Katalog aufstellen, der den Blick der Parteien auf Themen lenken soll, bei denen aus Sicht des Gremiums im Landkreis noch Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung besteht. Hierzu zählt der Kreisfrauenrat insbesondere den Bereich der Kinderbetreuung. Themen wie die Höhe der Krippengebühren, Ausfallzeiten in den Einrichtungen und eine verlässliche Ferienbetreuung standen wiederholt auf der Tagesordnung des Gremiums und sollten seiner Ansicht nach auch weiterhin im Fokus bleiben.
Ein neuer Trend, so der Kreisfrauenrat, seien die aktuell rückläufigen Anmeldezahlen in den kommunalen Kitas. Über die Gründe dafür könne bislang nur spekuliert werden, da verlässliche Daten fehlten, was gleich auf ein weiteres Thema hinweise: In vielen Bereichen würden gendersensible Statistiken fehlen, beispielsweise in Bezug auf Mobilität und Gesundheit. Ohne verlässliche statistische Daten seien aber bedarfsgerechte Lösungen kaum möglich, so der Kreisfrauenrat.

Der Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden tagte im Sitzungssaal des Langwedeler Rathauses.
Die Mitglieder diskutierten zudem, wie es gelingen könne, mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu begeistern und stellten die Forderung nach mehr Flexibilität in Bezug auf die Bedürfnisse junger Eltern auf, beispielsweise indem hybride Gremiensitzungen angeboten werden. Auch die Forderung nach hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten gehört nach einhelliger Meinung der Mitglieder in den Katalog.
Weitere Themenkomplexe, die im Forderungskatalog Berücksichtigung finden sollen, sind Gewaltschutz, Gesundheit, Demokratie- und Finanzbildung an Schulen, Städteplanung/ÖPNV, eine geschlechtergerechte Gemeinwesenarbeit, die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit sowie insgesamt eine stärkere Berücksichtigung der Perspektive migrantischer Frauen.
Auf seiner nächsten Sitzung am 27. November will der Kreisfrauenrat den frauenpolitischen Forderungskatalog beschließen und diesen anschließend den Parteien überreichen. Spannend bleibe dann die Frage, welche Aspekte die Parteien in ihren Programmen aufgreifen, so der Kreisfrauenrat.
Pressemitteilung Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden 09.09.2025


