Digitale Gewalt war das Thema der letzten Sitzung des Kreisfrauenrates beim Landkreis Verden in diesem Jahr. Dazu hatte das Gremium die neue Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Kriminaloberkommissarin Jean Duschek, eingeladen.
Duschek stellte in ihrem Vortrag die vielfältigen Formen digitaler Gewalt vor. Dazu zählt unter anderem das Cybermobbing, bei dem Personen durch Beleidigungen, Bedrohungen oder Bloßstellen längerfristig digital angegriffen werden. Eine weitere Form sind Hassreden in Form von sexistischen oder rassistischen Kommentaren sowie Aufrufen zu Gewalt bis hin zu Vergewaltigungsphantasien.

Der Vorstand des Kreisfrauenrates mit der Referentin (von links): Britta Sonnenberg, Andrea Michallik, Jean Duschek, Dr. Kerstin Blome und Eva Hibbeler.
Digitale Gewalt, so Duschek, könne aber auch als so genanntes „Doxxing“ in Erscheinung treten, was die Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Telefonnummer oder Arbeitsort meint. Daneben gebe es auch Formen bildbasierter Gewalt wie „Deepfakes“. Dabei würden beispielsweise Gesichter Betroffener in pornographische Darstellungen im Netz montiert. Eine weitere Form sei das unaufgeforderte Zusenden sexueller Nachrichten, die so genannten „Dickpics“.
Von digitaler Gewalt seien besonders häufig Frauen und Mädchen betroffen, so Duschek. Insbesondere Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen wie beispielsweise Politikerinnen oder Aktivistinnen, würden Opfer gezielter Hasskampagnen in den sozialen Medien. Das perfide daran sei, dass digitale Gewalt anonym und rund um die Uhr erfolgen könne und ein großes Publikum erreiche. Die Täter versuchten häufig Kontrolle auszuüben, einzuschüchtern, zu demütigen und die Person aus dem öffentlichen Diskurs auszuschalten und somit auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen. Gefährlich sei zudem, dass sich digitale und analoge Gewalt gegenseitig verstärken und Gewaltaufrufe im Netz zu realen Übergriffen führen können.
Digitale Gewalt habe, so die Referentin, einerseits individuelle Folgen für die Betroffenen von Angst und Stress bis hin zu langfristigen psychischen Belastungen. Andererseits verursache digitale Gewalt auch gesamtgesellschaftliche Folgen, weil Meinungsfreiheit und demokratische Teilhabe zunehmend eingeschränkt würden, wenn sich Betroffene aus dem Diskurs zurückziehen.
Für Betroffene sei es wichtig, Beweise zu sichern, beispielsweise in Form rechtssicherer Screenshots, umgehend die Polizei zu informieren, Löschanträge bei Suchmaschinen wie Google zu stellen und gegebenenfalls Daten wie E-Mail und Telefonnummer zu ändern.
Pressemitteilung Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden 11.12.2025


