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Ein Schuster in Langwedel vor 500 Jahren

Das Siegel und sein Abdruck (Foto: Volker Minkus, Isernhagen). Wenn wir jemandem Brief und Siegel auf etwas geben, dann kann er sich fest darauf verlassen. Auch auf Henneke Schomaker aus Langwedel war Verlass, denn er siegelte, seine Briefe, seine Waren oder seine Urkunden. Das Siegel zeigt in der Mitte ein Ledermesser, zusammen mit dem Namen möglicherweise ein Hinweis auf seinen Beruf. Die umlaufende Umschrift nennt seinen Namen HENNEKE +SCHOMAKER +, davor steht ein einzelnes S als Abkürzung für Sigillum, also: Siegel des Henneke Schomaker. Kreuze trennen die Wörter voneinander.
Die Buchstaben haben alte Formen, man nennt sie gotische Majuskel. Quer über die Bildseite verläuft eine Kerbe. Damit wurde das Siegel nach dem Tod seines Besitzers ungültig gemacht, ähnlich verfährt man heute noch mit dem Siegelring des Papstes. Danach wird es irgendwann mit dem Mist auf einen Acker bei Langwedel gekommen sein. Dort hat es vor kurzem ein Hobbyarchäologe gefunden. Henneke Schomaker hat wohl im 15. Jahrhundert gelebt. Vorher durften nur Adel und Klerus siegeln, aber jetzt war das auch den Bürgern erlaubt. Arm wird Henneke Schomaker nicht gerade gewesen sein, sonst hätte er kein Siegel gehabt, aber mehr ist über ihn und seine Familie nicht bekannt.
Dr. Adolf Hofmeister, Verden, und Gerald Bredemann, M.A., Nds. Landesamt für Denkmalpflege, haben freundlicherweise bei der Lesung und Bestimmung geholfen. Vielen Dank dafür!