Inhaltsbereich
Freilegung, wissenschaftliche Auswertung und Publikation der Urnen vom Urnenfriedhof Daverden

Der Grabungshelfer Bernd Steffens widmet sich mit viel Geduld der zeitaufwändigen Freilegung der Urnen. In dieser Urne mit Deckschale (halb abgenommen) liegt ein Rasiermesser aus Bronze als Beigabe. Die Ausgrabung des großen Urnenfriedhofes bei Daverden ist abgeschlossen. Noch aber geben die meisten Urnen ihr Geheimnis nicht preis, denn sie sind noch immer nicht endgültig freigelegt. Fest verpackt in einen schützenden Mantel aus Gips warten sie auf ihre zweite Ausgrabung im Innendienst.
Trotzdem ist die wissenschaftliche Auswertung bereits in vollem Gange. Mit rund 250 Bestattungen verspricht einer der größten Urnenfriedhöfe seiner Zeit im Landkreis Verden spannende Erkenntnisse zu Leben und Sterben der Menschen am Ende der Bronzezeit.
Doch die Ansprüche an die Wissenschaftlichkeit moderner Ausgrabungen erfordern, auch die Toten selbst mit den Mitteln der Paläoanthropologie zu untersuchen. Wie alt waren sie, als sie gestorben sind? Ist hier ein Mann oder eine Frau bestattet? Solche Fragen kann man sogar noch an den verbrannten Überresten der Toten klären.
Die Antworten versprechen Erkenntnisse zum Alltagsleben unserer Vorfahren, die mit den Mitteln der Archäologie alleine nicht zu gewinnen wären. Aus dem individuellen Schicksal vieler einzelner entsteht in der Zusammenschau ein Bild der Lebensumstände ihrer Zeit.