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Igelschutz - aber richtig!
Igel sind Wildtiere und sollten es auch bleiben. Eine Überwinterung im Haus ist in den allermeisten Fällen nicht nötig. Jahr für Jahr nehmen wohlmeinende Tierfreunde freilebende Igel zur Überwinterung in ihr Haus, um sie aus vermeintlicher Todesgefahr zu retten. Doch damit leisten sie weder einen Beitrag zum Artenschutz noch tun sie den betroffenen Igeln einen Gefallen. Hierfür gibt es mehrere Gründe:
Der Igel gehört nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tierarten. Sie dürfen deshalb nicht eingesammelt und im Haus gehalten werden. Zudem ist die Überwinterung von Igeln in menschlicher Obhut aufgrund landesweit gesicherter Vorkommen grundsätzlich nicht erforderlich (Ausnahmen siehe unten).
Der Natur ist wenig geholfen, wenn schwache, kranke und orientierungslose Igel, die allein nicht überlebensfähig sind, durch menschliche Hilfe über den Winter kommen. Damit wird die wichtige Auslesefunktion des Winters umgangen, die für die Überlebensfähigkeit einer Tierart von großer Bedeutung ist. Überwinterte Igel haben sehr geringe Eingewöhnungschancen. Obwohl es eine Reihe gut geführter Igelstationen gibt, sind die Überlebenschancen in vielen privaten Igelunterbringungen und Tierheimen geringer als in freier Natur.
Hilfe nur in Ausnahmefällen
Situationen, in den Igel wirklich unsere Hilfe benötigen, sind:
- wenn Jungigel, die ihre Mutter durch Straßentod oder andere Ursachen verloren haben, noch nicht selbstständig sind oder
- wenn verletzte Igel bereits nach kurzer Pflege am Fundort wieder ausgesetzt werden können.
Die Aufnahme eines untergewichtigen Igels muss die Ausnahme sein. Hierbei ist unbedingt zu beachten:
- Aufnahme des Igels nicht vor dem 1. November,
- keine gesunden Igel über 500 g Körpergewicht aufnehmen,
- überwinterte Igel im Frühjahr wieder an ihrem Fundort oder zumindest in Siedlungsnähe (z. B. in einem naturnahen Garten) aussetzen.
Wirksame Igelhilfe
Die wirkungsvollste und aus Naturschutzsicht einzige Methode, die Igelbestände zu stützen, ist der Erhalt, die Verbesserung und Neuschaffung seiner angestammten Lebensräume. Hier sind vor allem blumenreiche Wiesen mit lockerem Baum-, Busch- und Heckenbeständen von Bedeutung, ebenso "igelfreundliche" reichstrukturierte Gärten.
Der "igelfreundliche" Garten
In einem igelfreundlichem Garten gibt es Bereiche, in denen die Gartenbesitzer
- Wildwuchs und Gestrüpphaufen dulden,
- Reisig- und Komposthaufen anlegen,
- an einigen Stellen Laub und Fallobst liegen lassen,
- auf Gifteinsatz und Schneckenkorn verzichten und
- darauf achten, dass Gartenzäune keine unüberwindlichen Hindernisse für die wandernden Igel sind.
Igel sollten niemals mit Milch gefüttert werden. Die Anlage einer Igelfutterstelle im Garten zur nahrungsarmen Zeit im Herbst verhindert oft, dass untergewichtige Igel ins Haus aufgenommen werden müssen.
Für weitere Informationen zum Igelschutz, zur Hilfe für Igel im Garten sowie zur richtigen Unterbringung und Ernährung hilfsbedürftiger Igel nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.