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Insektenschutz: Beschränkung von Bremsenfallen
Bremsenfallen locken durch einen Gummiball, der sich in der Sonne aufheizt, Insekten an. Diese fliegen sodann über einen Trichter in ein Fanggefäß, wo sie abgetötet werden. Diese Bremsenfallen werden auf Pferde- und Rinderweiden zum Einsatz gebracht und sollen die Tiere vor Bremsenbissen schützen.
Im Rahmen einer Studie (Jäckel et al., Natur und Landschaft 2020, 129ff) wurden die Bremsenfallen auf ihre Effektivität, insbesondere aber auf ihre Selektivität untersucht.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es sich bei den 53.438 gefangenen Individuen lediglich in 2.022 Fällen um Bremsen, in keinem Fall um ein Individuum der Pferdebremse (Tabanus sudeticus) handelte.
Der Anteil an Beifang variierte je nach Standort der Bremsenfalle zwischen 71,0 Prozent und 98,5 Prozent. Die Studie kommt daher zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Bremsenfalle nicht um eine selektive Fangmethode handelt. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass am meisten Individuen in einer im Naturschutzgebiet aufgestellten Falle aufgefunden wurden.
Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt den direkten Zugriff auf wildlebende Tier der besonders geschützten Arten, insbesondere das Töten geschützter Tiere. Auch der Fang und das Nachstellen mittels Fallen ist verboten. Die Bundesartenschutzverordnung verbietet darüber hinaus das Anlocken, Fangen oder Töten mithilfe der Fallen in größeren Mengen oder wahllos.
Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) hat mit Erlass vom 14.05.2021 klargestellt, dass die Unteren Naturschutzbehörden sicherzustellen haben, dass die Bremsenfallen nicht innerhalb von Naturschutzgebieten, Nationalparken, in Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten, FFH-Gebieten oder von gesetzlich geschützten Biotopen aufgestellt werden.
Das MU empfiehlt eine 150 m breite Pufferzone zu diesen Gebieten einzuhalten.
Außerhalb der Schutzgebiete kann der zeitlich auf den 01.06. bis 15.09. beschränkte Einsatz von Bremsenfallen und damit der Beifang anderer, besonders geschützter Insekten toleriert werden, um die Pferdebeweidung zu gewährleisten.
Insbesondere vor dem Hintergrund des Niedersächsischen Weges, dessen Ziel es unter anderem ist, den drohenden Artenschwund zu stoppen, ist der Einsatz von Bremsenfallen räumlich und zeitlich zu steuern.