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Naturraum Verdener Wesertal
Naturräumliche Region:
Weser-Aller-Flachland
Größe: 17.340 ha (Anteil im Kreisgebiet)
Geomorphologie/Topographie:
Relativ ebene breite Flussmarsch in Fließrichtung abfallend von ca. 15 m über NN (nördlich Dörverden) auf 7 m über NN (Achim-Bollen), leicht erhöhte trockenere Lagen eingestreut, auf denen sich Siedlungen befinden; im Südosten liegt eine kiesig-sandige Niederterrasse, die von schlickreichen Weserablagerungen bedeckt ist (Stedorfer Lehmplatte), die Terrasse hebt sich kaum bemerkbar (im Mittel etwa 1 m) von der Niederung ab.

Verdener Wesertal: Wesertal bei Nottorf (Morsum) (Foto: Klaus Saalfeld/Landkreis Verden)
Boden/Grundwasser:
- in der Aue: Aueböden und am Rand in Richtung "Achim-Verdener Geest" Niedermoore (z. B. Dauelser Bruch) mit unterschiedlichen Grundwasserständen
- auf der Niederterrasse: gleyartige Braunerden mit mittleren Grundwasserständen
Oberflächengewässer, fließend:
Weser (inkl. Schleusenkanal), Oberläufe von Aller, Eyter und Halse und diverse Entwässerungsgräben
Oberflächengewässer, stehend:
Alte Aller, Große und Kleine Lüthe, Amedorfer Stau, Blender See, Nonnenahe, Eisseler See, Ahsener Grund, Nottorfer Teiche, Köllenteiche, Mühlenkuhle, Ratswiehe, Brake, Dächte, Pannen und Mahndorfer See
Besonderheit:
Die Alte Aller bei Langwedel ist gem. EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldetes Gebiet.
Biotoptypen (Flächenanteile):
- über 50 %: Acker
- 5 % bis 25 %: mesophiles Grünland
- unter 5 %: naturnahe Wälder (inkl. feuchter bis nasser Ausprägung), Nadelwälder und -forsten, Gebüsche und Kleingehölze, Röhrichte und Hochstauden, naturnahe und naturferne Fließ- und Stillgewässer sowie Ruderalflur
Besonderheit:
In Wahnebergen ist aufgrund der Nutzung eine noch sehr artenreiche "Dorf-Ruderalflur" vorhanden.
Tierarten:
- Amphibien: Erdkröte, Grasfrosch und Seefrosch
- Vogelarten: Rotmilan, Rohrweihe, Saatkrähe, Weißstorch und Bekassine
Besonderheit:
In den Wintermonaten dient die Niederung als Rastvogelrevier für eine große Anzahl nordischer Arten, insbesondere Sing- und Höckerschwäne sowie Watvögel wie z. B. Uferschnepfe, Bekassine, Rotschenkel und Kampfläufer.
Baumarten:
Stieleiche, Esche, Ulme, Erle und Weißdorn
Land-/Forstwirtschaft:
- hauptsächlich Ackerbau (auch im Überschwemmungsgebiet), Grünlandnutzung nur auf tieferliegenden Flächen
- Forstwirtschaft: lediglich kleinere Aufforstungen und Hofgehölze
Siedlung/Ortsränder:
- Bollen, Horstedt, Dibbersen, Eißel, Hagen-Grinden, Intschede, Ritzenbergen, Eissel, Amedorf und Oiste auf leichten Erhebungen in Wesernähe, durch Hofstellen und landwirtschaftliche Nutzung geprägt, mit Tendenz zu Wohnstandorten; aufgrund der Deichbaumaßnahmen Erweiterung der Siedlungsbereiche nicht mehr abhängig von der Topographie!
- Ahnebergen, Wahnebergen, Stedebergen, Döhlbergen, Hutbergen, Hönisch und Geestefeld auf der Niederterrasse sind ähnlich geprägt, und es ist die gleiche Tendenz zum Wohnen erkennbar.