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Steinkauzprojekt in der Weserniederung

Steinkauz-Jungvogel Ist der Steinkauz im Landkreis Verden vom völligen Verschwinden bedroht? Noch bis Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Steinkauz ein bei uns weit verbreiteter Brutvogel. Mittlerweile zählt der kleinste Vertreter unter den heimischen Eulen in ganz Deutschland zu den stark gefährdeten Vogelarten. In Niedersachsen ist sein Bestand auf lediglich 75 bis 100 Paare zusammengeschrumpft.
Im Landkreis Verden war ehemals die kleinräumig strukturierte Weserniederung mit ihrer Vielzahl alter Kopfbäume, Obstbaumwiesen und extensiv genutzter, heckengesäumter Grünlandflächen Hauptlebensraum des Steinkauzes. Infolge intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, durch Umbruch von Wiesen, durch Rodung von Hecken und Bäumen sowie durch die Vernachlässigung der Pflege alter Kopfbäume gingen gerade diese Kleinlebensräume als Jagdrevier und Brutplätze für den Steinkauz verloren. Die Folge war ein Rückgang der Steinkäuze auf nur noch wenige Brutpaare in den Gemeinden Thedinghausen und Verden, wie Untersuchungen im Frühjahr 2000 bestätigten.

Anbringung einer Niströhre in einem alten Obstbaum Der Steinkauz meidet Waldgebiete und bevorzugt offene, extensiv genutzte Wiesen- und Weideflächen, in denen er auf Insekten- und Mäusejagd geht. Höhlenreiche, alte Kopf- und Obstbäume (Hochstämme) sowie alte bäuerliche Gehöfte dienen ihm als Brutplatz. Durch die Rodung von Kopfbäumen und Obstwiesen sowie die Modernisierung alter Feldscheunen sind höhlenreiche Brutplätze kaum mehr vorhanden, was in der Hauptsache zum starken Rückgang dieses Vogels geführt hat. Landwirte, die noch Steinkäuze in ihrer Nähe haben, wissen um das Juwel, das sie besitzen, und sind sehr bemüht um ihren Schutz.

Steinkauzrevier bei Oiste Ohne ein spezielles "Artenhilfsprogramm Steinkauz", das die untere Naturschutzbehörde jetzt für einen großen Teil der Weserniederung (vorerst für die Gemeinden Thedinghausen, Langwedel und Verden) erstellt hat und das vielen weiteren bedrohten Tier -und Pflanzenarten (z. B. Weißstorch) zugute kommen soll, würde der Steinkauz in kürzester Zeit völlig verschwunden sein. Das Programm zur Verbesserung des Lebensraums wird über die bestehenden Förderprogramme des Kreises (Kopfbaumpflege und Obstbaumneuanpflanzungen, Heckenschnitt) weiter ausgebaut. Dabei profitiert der Landkreis von einem Zuschuss aus BINGO-Lotto-Mitteln.
Im Rahmen des "Artenhilfsprogramms Steinkauz" werden gefördert:
- Pflege von Kopfbäumen,
- Neuanpflanzung von Weiden-, Eschen- und Eichenstecklingen, die zu Kopfbäumen entwickelt werden sollen,
- Pflege und Ergänzung von alten Obstbaumsorten,
- kostenlose Abgabe von Nisthilfen für geeignet befundene Anbringungstellen,
- Ankauf von Flächen zur Vernetzung von Steinkauzlebensräumen,
- Beteiligung an Erhaltungskosten für alte bäuerliche Scheunen, in denen der Steinkauz nachweislich brütet,
- Neupflanzung, Ergänzung und Pflege von Hecken.

Steinkauz-Niströhre im Apfelbaum Was können Sie persönlich für den Steinkauz und andere Eulenvögel tun?
Sind Ihnen Stellen bekannt, an denen der Steinkauz oder andere Eulen brüten? Sind Sie bereit, künstliche Nisthilfen in Bäumen oder geeigneten Gebäuden (Scheunen, Dachböden) anzubringen? Können Sie Feuchtgrünland bzw. extensiv genutztes Grünland zur Verfügung stellen? Besitzen Sie Flächen für die Neuanpflanzung von Kopfbaumstecklingen, alten Obstbaumsorten oder Hecken? Dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.
Ansprechpartner/in
| Antje Mahnke-Ritoff | |
| Landkreis Verden - Kreishaus, Zimmer 1134 (Eingang Ost, 1. OG) Lindhooper Straße 67 27283 Verden (Aller) Telefon: 04231 15-757 E-Mail: Antje-Mahnke-Ritoff@landkreis-verden.de | |



