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Windmühle in Westen
Weithin sichtbar steht die Windmühle am Ortsausgang von Westen in Richtung Hülsen, leicht erhöht zur Allermarsch. Auf dem achteckigen, massiv gemauerten Mühlenrumpf sitzt ein ebenfalls achteckiger, mit Schindeln bekleideter Mühlenturm. Der steinerne Rumpf wurde 1894 errichtet, das hölzerne Traggerüst des Turmes stammt von einer anderen Mühle und ist nach Angaben des Eigentümers über 300 Jahre alt.
Die Westener Mühle wurde zwischen 1989 und 1992 unter der Bauleitung des Landkreises Verden saniert und ist seither voll funktionsfähig. Die Galerieholländer-Windmühle arbeitet mit zwei Schrotgängen, wobei ein Mahlgang von einem aus den 20er Jahren stammenden Dieselmotor angetrieben wird.

Windmühle in Westen (Foto: Gerhard Precht, Landkreis Verden)
Um unabhängiger vom Windaufkommen arbeiten zu können, wurde 1905 zunächst eine Dampfmaschine („stationäre Lokomobile“) angebaut. 1918 tauschte man die Dampfmaschine gegen einen ersten Dieselmotor, der 1942 durch den jetzt noch vorhandenen 25 PS-starken Deutz-Motor ersetzt wurde. Es handelte sich um einen gebrauchten Motor, der vorher auf einem Küstenmotorschiff zur Stromerzeugung im Einsatz gewesen war. Da es sich damals bei der Mühle um einen „kriegswichtigen Betrieb“ handelte, konnte diese Anschaffung auch mitten im Krieg noch getätigt werden.
Mit diesem Deutz-Motor wurden ein Mahlgang und zahlreiche weiteren Einrichtungen in der Mühle wie Getreide- und Mehlelevatoren, Sackaufzüge, Mischmaschinen, ein Walzenstuhl und eine Getreidereinigung angetrieben. Der Motor war bis in die 1970er Jahre im Dauerbetrieb. Bei der Grundsanierung der Mühle in den Jahren 1989 bis 1991 wurde der Motor grundüberholt und ist seitdem wieder funktionsfähig.

Maschinenraum der Windmühle in Westen (Foto: Jan Osmers, Eigentümer)