Vor E-Zigaretten, den so genannten Vapes, die mit illegalen Inhaltsstoffen versetzt sind, warnen der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden gemeinsam mit der Fachstelle Sucht und der Polizeiinspektion (PI) Verden/Osterholz. Ein Aufklärungsschreiben zum Thema „Drogenversetzte Vapes“ soll in Kürze an alle Schulen zur Weiterleitung an die Eltern gehen.

Sie warnen eindringlich vor dem Konsum drogenversetzter Vapes (von links): Karin Dittmers (Suchtberatung), Jessica Hambrock (Landkreis) und Helge Cassens (PI Verden/Osterholz).
„Vapes sind für viele Jugendliche längst allgegenwärtig, obwohl sie grundsätzlich erst ab 18 erlaubt sind, sofern handelsübliches Liquid enthalten ist“, erklärt Helge Cassens, Beauftragter für Jugendsachen bei der PI Verden/Osterholz. Besonders gefährlich aber werde das Vapen, wenn die Droge ‚Görke‘ – oft auch als ‚Baller-Liquid‘ oder CBD-Liquid bezeichnet – ins Spiel komme, so Cassens weiter. Diese synthetische Droge sei nicht nur gesundheitlich extrem schädlich ist, sondern nach dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz eindeutig illegal. Cassens spricht dieses Thema mittlerweile in all seinen Präventionsvorträgen in den 9. Klassen ausdrücklich an.
„Die Thematik drogenversetzter Vapes und die damit einhergehende Gefahr ist wenig bekannt“, berichtet auch Netzwerkmanagerin Jessica Hambrock vom Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises. Immer wieder werde ihr von Fällen berichtet, in denen junge Menschen nach dem Gebrauch einer Vape Kreislauf- und andere gesundheitliche Probleme haben. „Das wird fälschlicherweise meist dem Nikotinkonsum zugeschrieben. Dass es sich bei diesen Vorfällen auch um illegale Drogen handeln könnte, ziehen die meisten Menschen gar nicht in Betracht, so Hambrock.
„Was die ‚Baller-Liquids‘ so gefährlich macht, sind die ständig wechselnden Inhaltsstoffe“, betont Karin Dittmers von der Fachstelle Sucht und Suchtprävention. Es handele sich dabei nicht um eine einzige Substanz, sondern um eine Substanzgruppe. Man wisse also nie, was man genau verdampft und wie stark die Wirkung ist. „Dabei können die harmlos wirkenden süßen Vapes sehr schnell abhängig machen und viele schwere Nebenwirkungen hervorrufen. „Man macht sich zum Versuchskaninchen irgendwelcher illegaler Drogenköche“, so Dittmers.
Mittlerweile könne fast jede Droge, darunter auch LSD, Heroin und vieles mehr, synthetisch als rauchfähiges Liquid hergestellt werden, berichtet das Trio. Der Konsum sei durch das Vapen sehr einfach, da kein weiteres Drogenbesteck benötigt werde. Da sich die gefährlichen Inhaltsstoffe hinter fruchtigen Geschmäckern verstecken würden, wüssten die Jugendlichen oft nicht, was sie konsumieren, wenn ihnen eine Vape angeboten wird.
Die Wirkung der synthetischen ‚Baller-Liquids‘ sei nicht vorhersehbar und oft um ein Vielfaches stärker als beispielsweise natürliches Cannabis. Es könne vermehrt zu starken gesundheitlichen Folgen wie Panikattacken, Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Kontrollverlust und akuten Psychosen kommen. Zudem bestehe ein starkes Abhängigkeitspotenzial. Bei Verdacht auf einen Konsum der Droge ‚Görke‘ mit erkennbaren Folgeerscheinungen sollte sofort ärztliche Hilfe verständigt werden.
Hilfe und Beratung bietet die Fachstelle Sucht im Landkreis Verden, Telefon 04231 82812 in Verden und 04202 8798 in Achim.
Pressemitteilung Landkreis Verden 05.01.2026



